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CO2 – ungefährlich wie Mineralwasser?

Die Befürworter der CO2-Speicherung betonen stets, wie ungefährlich CO2 doch ist und dass das Problem des Aufruhrs in der Bevölkerung allein darin begründet läge, dass die Menschen darüber nicht aufgeklärt sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat diese Aussage auf die Spitze getrieben.

Anlässlich des BDI-Tages am 15. Juni 2009 vor der deutschen Industrie sagte die Bundeskanzlerin:

“Neulich habe ich bei einer Veranstaltung im Rahmen des Europawahlkampfs in Flensburg gesagt, man solle sich jetzt vor den Mineralwasserflaschen hüten, weil sich darin ja auch Kohlendioxid befinde. Aber mein Scherz ist an dieser Stelle wie immer nicht gut angekommen. Wenn aber die Menschen so denken, dann spricht es nur dafür, dass wir in Bildung noch mehr investieren müssen.”

Ungefährlich wie Mineralwasser?
Ungefährlich wie Mineralwasser? – (c) u.w. / Pixelio

Für die Kohleindustrie mag dies ein Schenkelklopfer gewesen sein. Für die Menschen, die in Nordfriesland besorgt für die Sicherheit der Bevölkerung eintreten, war dies ein doppelter Schlag ins Gesicht. Wird ihnen doch von der Kanzlerin nun auch noch unterstellt, sie seien ungebildet.

Wie es sich mit dem Einatmen des CO2 jenseits von Mineralwasserflaschen verhält, verrät z.B. eine eher unverdächtige Institution: das Landesamt für Umweltschutz in Sachsen-Anhalt, Fachbereich Immissionsüberwachung.

Hier wird CO2 folgendermaßen definiert:

CO2, Bestandteil der Ausatmungsluft (3% – 4%) und häufig fälschlicherweise als Kohlensäure bezeichnet, hat vor allem arbeitsmedizinische Bedeutung. In einem niederschlesischen Grubenrevier kamen 1930 durch “schwere Wetter” 150 Bergleute ums Leben. Unglücksfälle in Abwasserkanälen, beim Reinigen von Wasserleitungsrohren, in Gärkellern, in Getreidesilos u. ä. sind bekannt geworden.
Die CO2-Empfindlichkeit des Menschen ist sehr verschieden. Gesundheitsstörungen (Kopfschmerzen, Ohrensausen, Herzklopfen u. a.) treten beim Einatmen von Luft auf, deren CO2-Gehalt etwas über dem der Ausatmungsluft liegt (4% – 6%). Gewöhnung, besonders bei langsamer CO2-Zunahme, ist möglich. Höherer CO2 -Gehalt der Luft (8% – 10%) bewirkt rasch Atemnot, Bewußtlosigkeit, Atemstillstand. CO2-Konzentrationen um 12% sind sofort tödlich. CO2 zählt als Stickgas zu den Atemgiften. Die Wirkung beruht auf einer Störung der Sauerstoffversorgung. Eine brennende Kerze erlischt bei 8 – 10 Vol.-% CO2 in der Luft.

Stellt man sich vor, dass Massen hochkonzentrierten Kohlendioxids in einem nicht ausgereiften Verfahren zu Testzwecken in die Erde gepumpt werden, so sollte man für die Bevölkerung, die dort lebt und um mögliche Folgen bangt, mehr Verständnis aufbringen als Frau Merkel dies getan hat.

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