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FLEGT – Forest Law Enforcement, Governance and Trade

FLEGT – Forest Law Enforcement, Governance and Trade

Der EU-Aktionsplan zu Rechtsdurchsetzung, Politik und Handel im Forstsektor

Etwas mehr Schutz für Urwaldbewohner
Mehr Schutz für Urwald und seine Bewohner – Foto: Sandy Scheltema/ Greenpeace

Ilegaler Holzeinschlag ist mit verantwortlich für großflächige Waldzerstörungen weltweit. Daher hat sich Deutschland parallel zu seinen Aktivitäten im Waldforum der Vereinten Nationen zusammen mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den illegalen Holzeinschlag weltweit zu bekämpfen. Hierzu wurde im Jahr 2003 der FLEGT-Aktionsplan der EU beschlossen (FLEGT = Forest Law Enforcement, Governance and Trade), nach dem nur noch nicht illegal geschlagenes Holz nach Deutschland und in die restliche EU importiert werden darf.

Zu den Handlungsfeldern des Aktionsplans gehören neben der Regulierung des Holzhandels auch die Entwicklungszusammenarbeit, Maßnahmen im öffentlichem Auftragswesen sowie privatwirtschaftliche Initiativen. Handelsrelevante Maßnahmen werden zunächst im Rahmen freiwilliger Partnerschaftsabkommen (Voluntary Partnership Agreements – VPA) mit Holz erzeugenden Ländern angegangen. Grundlage für diese Partnerschaften bildet die im Jahr 2005 verabschiedete EU-FLEGT-Verordnung. Als erstes Land hat Ghana im September 2008 mit der EU vereinbart, nur noch legal eingeschlagenes Holz in die EU zu importieren. Im Mai 2009 folgte ein zweites Abkommen mit der Republik Kongo.

Quelle: Auswärtiges Amt

Seit Juli 2010 ist das Aktionsprogramm FLEGT erst richtig von Erfolg gekrönt. Bei allen Holzprodukten, die in die EU importiert werden, muss die Herkunft nun klar nachzuvollziehen sein. Das macht es Händlern und Verbrauchern möglich, verantwortungsbewusst zu kaufen.

Das Gesetz ist ein klares Signal an die Holzhändler, dass sie illegal geschlagenes Holz in der EU nicht mehr loswerden. Der Anreiz geschützte Bäume in Südost-Asien, Russland, Zentral-Afrika oder dem Amazonas abzuholzen sinkt – und die Wälder werden davon profitieren. Ebenso profitieren hiervon Menschen, die in Urwälder leben und hier vertrieben werden sowie Tiere, die vertrieben und getötet werden.

Leider hat das Gesetz noch einige Schwächen. Erstens tritt es erst in zwei Jahren in Kraft. Zweitens sind Druckerzeugnisse, wie Bücher, deren Papier ja auch aus Holz hergestellt wird, bislang von dem Gesetz ausgenommen. Dass die Mitgliedsstaaten kein einheitliches Mindeststrafmaß festgesetzt haben, ist ebenso problematisch.

Zudem muss nur der erste Händler, der das Holz in die EU importiert, die Legalität nachweisen, was Schlupflöcher lässt.

Quelle: Greenpeace

Informationen zu FLEGT bei der EU-Kommission (engl.)

Stand:  Juli 2010