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Virtuelles Wasser – die unsichtbare Verschwendung

Der BUND hat in seiner Pressemeldung anlässlich des Weltwasser­tages 2009 darauf hingewiesen, dass enorme Wassermengen unsichtbar verschwendet werden. So würden für eine Jeans über 5000 Liter und für ein Kilo Rindfleisch mehr als 10 000 Liter sogenannten „virtuellen“ Wassers verbraucht. Für Anbau, Verarbeitung und Lagerung von einem Kilo Kaffee seien insgesamt sogar rund 20 000 Liter Süßwasser erforderlich. In Agrarprodukten stecke generell sehr viel virtuelles Wasser. Mehr als 1000 Liter Wasser seien nötig, um einen Liter Agrotreibstoff herzustellen. Knapp 3000 Liter Wasser verbrauche die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts, die Produktion von einem Liter Milch oder einem Kilo Weizen benötige bis zu 4000 Liter und ein Kilo Reis bis zu 5000 Liter Wasser. Enorme Mengen virtuellen Wassers würden sich in Produkten aus Aluminium, Edelmetall und Stahl wiederfinden. Auch in den Erzeugnissen und Produktionsprozessen des Bergbaus, der Zement-, Chemie- und Getränkeindustrie „versteckten“ sich große Wassermengen.

Sebastian Schönauer, Wasserexperte beim BUND: „Das Ausblenden des Einsatzes großer Mengen Wassers zur Herstellung fast aller Alltagsprodukte ist eine der Ursachen für die zunehmende Wasserknappheit und die Übernutzung der Wasserressourcen. Vor allem in Ländern, die ohnehin unter Wassermangel leiden, ist die Verwendung von sehr viel Wasser für Exportprodukte ein großes Problem. Jeder weiß, dass die Bewässerung von Golfplätzen in Spanien zur Absenkung des Grundwasserspiegels und zur Austrocknung ganzer Regionen führt. Kaum jemand aber weiß, dass mit dem Export eines in Spanien hergestellten Mittelklasseautos weit mehr als 100 000 Liter virtuelles Wasser exportiert werden.“

Umfangreiche Informationen zum Thema Virtuelles Wasser finden Sie im Verbraucherbildungsportal.

Stand: März 2009