KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Anpassung – Deutscher Wald

Verschiedene Forschungsinstitute beschäftigen sich mit den Klimawandelfolgen für den deutschen Wald und mit welchen Strategien man ihnen entgegenwirken kann. Hier finden Sie einige Beispiele:


EU-Projekt WINALP: Forschung zum Schutz der Bergwälder in den Nordalpen

Drei Jahre wurde im Rahmen des EU-Projekts WINALP (Waldinformationssystem Nordalpen) geforscht.
Im September 2011 wurden die Ergebnisse präsentiert unter dem Motto  “Wissen zum Schutz der Bergwälder – eine grenzüberschreitende Aufgabe”.

Das Ziel von WINALP ist es, das Wissen zum Schutz der Bergwälder zu erweitern, um drängende Fragen zu den Folgen des Klimawandels zu beantworten und Grundlagen zur optimalen Waldbewirtschaftung zu erarbeiten.
München – Die Bergwälder der Nordalpen sind eines der faszinierendsten Ökosysteme Europas. Ihre Funktionen für die nächsten Generationen zu erhalten, ist für Bürger, Behörden und Wirtschaft der Region eine Überlebensfrage. Bisher fehlten Försterinnen und Förstern aber flächendeckende Standortinformationen, um eine optimale Pflege zu garantieren und Faktoren wie den Klimawandel zu berücksichtigen. Einen großen Beitrag zu diesen umfassenden, dringend benötigten Daten leistet jetzt WINALP mit seinen Forschungsergebnissen. Wie viel Nährstoffe, Wasser und Wärme stehen den Wäldern zur Verfügung? Welche Baumarten sind geeignet? Werden sie bei einer Klimaänderung bestehen? „Diese Fragen können wir jetzt detailliert für das ganze Gebiet der Nordalpen beantworten,“ so der Koordinator des Projekts, Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Zum Forschungsprojekt WINALP

Stand: 09/11


Fazit zum bayerischen Forschungsprojekt FORKAST

Wie kein zweiter Wirtschaftszweig ist die Forstwirtschaft aufgrund der langen Lebensspanne von Bäumen zu vorausschauendem Handeln aufgerufen. Dabei sind katastrophale Auswirkungen durch Dürren bei den heimischen Laubbäumen bisher ausgeblieben: Den Jahrhundert-Sommer 2003 überstanden Buchen und Eichen vergleichsweise gut, und an gefährdeten Standorten ersetzen Förster die empfindliche Fichte bereits kontinuierlich durch Laubwälder. Allerdings geben die Klimaszenarien keine Entwarnung. Bei der relativ robusten Rotbuche stellten die Forscher zwar deutlich unterschiedliche Reaktionen auf Klimaextreme fest. Generell raten sie jedoch davon ab, nur einzelne “bestangepasste” Herkünfte zu fördern. Vielmehr empfehlen sie, die genetische Vielfalt zu erhalten und damit das natürliche Anpassungspotenzial einer Art zu sichern. Wo es auch für die Rotbuche zu trocken wird (wie Modellanalysen für den Schweinfurter-Würzburger Raum zeigen), ist die Förderung von Eichen-Mischwäldern mit Hainbuche, Linde, Elsbeere oder auch Esskastanie ratsam. Auch Wärme und Trockenheit liebende Arten wie die Schwarzkiefer oder Flaumeiche können hier eine zunehmende Rolle spielen. Zudem werden auch alte und neue Schädlinge wie Insekten und Pilze vom sich ändernden Klima profitieren können und verlangen daher erhöhte Aufmerksamkeit.

Stand: 11/12


Wald wird mit besserem Management fit für das Jahr 2100
Mit besser angepassten Baumarten und dem richtigen Management kann der deutsche Wald für das Jahr 2100 fit gemacht werden, meinen Wissenschaftler der Uni Hamburg.

Eine entsprechende Studie wurde in der Fachzeitschrift „Carbon Balance and Management“ veröffentlicht. Darin untersuchten Professor Michael Köhl und andere Wissenschaftler vom KlimaCampus der Universität Hamburg zwei unterschiedliche Klimaszenarien für das Jahr 2100. Für beide wurden verschiedene Varianten von Waldmanagement simuliert.

Ergebnis: Die Fitness eines Waldes ist viel stärker von seiner Bewirtschaftung als von künftigen Klimaänderungen abhängig.

Ein Wald kann durch Bäume, die Trockenheit vertragen, durch kürzere Umtriebszeiten – d. h. kürzere Zeitspannen von Pflanzung bis Ernte – und regelmäßiges Durchforsten auch 2100 dem Klimawandel trotzen.

Zum klima-media Artikel vom 4.01.11


Anpassungsstrategien nach Bundesländern
Hier sind die Strategien für den Wald zum Teil inbegriffen