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Erneuerbare Energien Potenzialatlas

“Erneuerbare Energien 2020 – Potenzialatlas Deutschland”.

Erneuerbare Energien gut visualisiert
Potenzial Erneuerbarer Energien gut visualisiert – (c) Agentur für Erneuerbare Energien

Unter diesem Titel hat die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. eine Broschüre herausgegeben, die die Potenziale der einzelnen Erneuerbaren Energiequellen erläutert und hervorragend visualisiert.

Schön ist auch das Glossar am Ende des Papiers.

Erfreulich ist zudem, dass der Potenzialatlas Erneuerbare Energien hier als Download zur Verfügung steht.


Auf einer Fläche von 357.104 Quadratkilometern müssen in  Deutschland Industrie, Landwirtschaft und Wald, Wohn­ge­bäude und Verkehrswege Platz finden.

Zunehmend beansprucht auch die Energie­gewinnung aus Erneuer­­baren Energien Flächen – sei es durch Wind­parks, Energie­pflanzen oder Solaranlagen. Im Vorfeld der „Inter­natio­­nalen Grünen Woche“ stellte die Agentur für Erneuerbare Energien den ersten Potenzial­atlas für regenerative Energien vor. In ihm ist der Flächen­ver­brauch von heute und bis zum Jahr 2020 für alle Sparten der Erneuer­baren Energien be­rech­net. Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geo­thermie erreichen bis dahin nach Branchenprognosen einen Anteil von 28 Prozent am Energieverbrauch.

„Der Atlas zeigt, welche Potenziale im Energieland Deutschland stecken – sei es auf dem Acker oder auf unseren Dächern und mit der Erdwärme sogar unter unseren Füßen“, resümiert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die Erneuerbaren Energien bringen viel Ertrag auf wenig Fläche“, so Mayer weiter. „So kann beispielsweise die Windenergie an Land bis 2020 ein Fünftel des deut­schen Strom­be­darfs decken. Dafür benötigt sie aber nur etwa 0,75 Prozent der Landes­fläche.“

Den größten Flächenbedarf hat traditionell die Bioenergie. Sie stellt im Jahr 2020 nach Branchenangaben etwa 15 Prozent der gesamten Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung. Das bedeutet zwar einen Anstieg der heutigen Anbauflächen für die Energie­erzeugung von 1,6 Mio. Hektar auf 3,7 Mio. Hektar. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist dabei allerdings zu keinem Zeitpunkt gefährdet. „Trotz des steigenden Anteils der Bio­ener­gie gibt es jedes Jahr deutliche Überschüsse bei der Getreideernte in Deutsch­land und der EU“, sagt Daniela Thrän vom Deutschen Bio­masse­­for­schungs­zentrum anlässlich der Präsentation des Potenzial­atlasses. „Die Produkti­vität in der Landwirtschaft steigt im Schnitt weiter an. Hinzu kommen Reststoffe wie Stroh, Gülle oder Restholz sowie brach­­liegende Flächen – das Potenzial bei Bioenergie ist also immer noch sehr groß“, ist Thrän überzeugt.

Auch das Potenzial der Solarenergie ist noch weitgehend unerschlossen, wie der neue Atlas belegt. Nur 2,5 Prozent der geeigneten Gebäude­flächen werden bisher für Strom oder Wärme aus der Sonne genutzt. Solarparks auf Freiflächen belegen heute mit rund 1.700 Hektar nur etwa 0,005 Prozent der Landesfläche. Da diese Anwendung der Solar­techno­lo­gie zur Stromerzeugung schon heute vergleichsweise günstig ist, geht die Branche von einem Wachstum der Solarparks auf deutschlandweit ca. 10.000 Hektar bis 2020 aus. Das entspricht ungefähr der Fläche der Stadt Gelsenkirchen. „Solaranlagen können auf vorbelasteten Standorten Vorteile für den Umwelt- und Naturschutz bringen“, erklärt Carsten Wachholz, Referent für Energiepolitik und Klimaschutz des Naturschutzbund Deutschland. „Solche Anlagen ermöglichen beispielsweise die Sanierung verunreinigter Böden auf ehemaligen Militärflächen. Bei Nutzung von Ackerflächen entsteht unter den Solarmodulen Grünland, das der Natur in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft wichtige Rückzugsflächen bietet“, so Wachholz weiter.

Um Nutzungskonkurrenzen auf Agrarflächen zu minimieren, stehen den Ge­­meinden zahlreiche Planungsinstrumente zur Verfügung. „Die kom­mu­­nale Bauleitplanung muss für die Ausgewogenheit der unter­schied­lichen Interessen Sorge tragen“, sagt Wolfgang Zirngibl, Bürger­meister im niederbayerischen Ascha. Die Gemeinde verfügt über eine Bio­gas­­an­lage, ein Holzhackschnitzelkraftwerk und Solar­freiflächen. „Wir wollen uns voll­ständig mit Erneuerbaren Energie versorgen. Dabei haben wir volle Entscheidungsfreiheit – von der Standortplanung über die Projekt­ent­wicklung bis zur Beteiligung unserer Bürger“, so Zirngibl. „Wenn die Gemeinde richtig plant, kommt keine Flächennutzung zu kurz.“

Stand der Seite: 25.01.10
Stand der Daten: November 09